Gefürchtete Entzugserscheinungen – so vermeidest Du sie

Entzugserscheinungen kommen im Rahmen eines Rauchstopps und auch bei gängigen Nikotinersatztherapien häufig vor. Sie behindern den Therapieerfolg und führen nicht selten dazu, dass die Behandlung abgebrochen wird und es zu einem Rückfall kommt. Die entscheidende Frage lautet also: Wie gut lässt sich eine Therapie in Deinen Alltag integrieren, indem sie Entzugssyndrome vermeidet bzw. minimiert?


Rauchstopp und Entzugserscheinungen: Freunde drinken Cafe


Was sind Entzugserscheinungen?


Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Entzugserscheinungen die Folge einer Nikotinabhängigkeit sind und im Zuge eines Rauchstopps auftreten. Doch was ist eine „Abhängigkeit“? Diese Diagnose stellen Ärztinnen und Ärzte, wenn drei oder mehr bestimmter Kriterien innerhalb eines Jahres gleichzeitig vorhanden waren. Zu diesen gehören ein starker Wunsch bzw. eine Art Zwang, die psychotrope Substanz (in diesem Fall Nikotin) zu konsumieren, verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Konsums, ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung und Reduktion des Konsums sowie der Nachweis einer Toleranz.


Die Entstehung der Abhängigkeit ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht nur auf eine Ursache zurückzuführen. Vielmehr liegen den suchterzeugenden Mechanismen neurobiologische Veränderungen des Belohnungssystems und der Impulskontrolle sowie lernpsychologische Effekte (Konditionierung, positive Verstärkung) zugrunde.


Charakteristische Entzugserscheinungen sind Irritierbarkeit, Frustration oder Ärger, Angst, Konzentrationsschwierigkeiten, gesteigerter Appetit, Magenkrämpfe, Brechreiz, Kreislaufstörungen Ruhelosigkeit, depressive Stimmung und Schlaflosigkeit. Die Symptome zeigen: Rauchen macht körperlich, aber auch psychisch abhängig.



Körperliche Entzugserscheinungen – wie die E-Zigarette helfen kann


Ist die Entscheidung gefallen, mit dem Rauchen aufzuhören, stellt sich als nächstes die Frage, wie die körperlichen Entzugserscheinungen abgefangen werden sollen. Denn für einen langfristigen Rauchstopp ist deren Minimierung die Voraussetzung für den Erfolg. Soll es ein Nikotinkaugummi oder doch ein -spray sein? Oder komme ich mit einem Nikotinpflaster vielleicht besser klar? Aber gibt es auch noch einen anderen Weg?


Eine von der Universität Düsseldorf durchgeführte Befragung zum Raucherverhalten in Deutschland (DEBRA-Studie) zeigt, dass das derzeit am häufigsten genutzte Hilfsmittel, um mit dem Rauchen aufzuhören, die E-Zigarette ist. Das verwundert nicht, denn diese sind zum einen bis zu 95 Prozent weniger schädlich als Tabakzigaretten. Zum anderen setzen sie weiterhin Nikotin in einer inhalierbaren Form frei (effizienteste Form der Nikotinaufnahmen), ohne gleichzeitig den Raucher mit den toxischen Nebenprodukten der Tabakverbrennung zu belasten.


Ein weiterer Vorteil ist, dass die befürchteten körperlichen Entzugserscheinungen ausbleiben. Außerdem wird das über die Jahre erlernte Rauchritual weiter imitiert. Wusstest Du aber auch, dass die E-Zigarette effektiver als Nikotinersatzprodukte sein kann? Das geht aus einer Vielzahl aktueller Studien hervor.



Verhaltenstherapie bei psychischen Entzugserscheinungen


Die psychische Abhängigkeit entwickelt und festigt sich durch eingeprägte Verhaltensmuster der Raucher bzw. der Raucherin über die Zeit. Auch wenn der körperliche Entzug erfolgreich gemeistert wurde, können diese Muster nach Jahren noch vorhanden sein und durch geringste interne oder externe Reize reaktiviert werden. Das heißt: Du wirst rückfällig.


Verhaltenstherapeutische Behandlungen (z.B. Achtsamkeitstrainings) setzen hier an und sind nachweislich effektiv. Sie helfen den Betroffenen mit ihrer Sucht umzugehen und diese zu kontrollieren. Du erlernst, wie Du dich aus den unbewussten Verhaltensmustern, die zu Rückfällen führen, löst und die täglichen Herausforderungen dabei bewältigst.


Der große Vorteil einer achtsamkeitsbasierten Methode zur Rauchentwöhnung ist, dass sie Dein Rauchverlangen im Moment des Entstehens adressiert und somit Deine individuelle Situation berücksichtigt. Somit sind mit dieser Methode keine einschneidenden Veränderungen in Deinem Alltag erforderlich, denn Du musst beispielsweise keine Risikosituationen vermeiden. Die achtsamkeitsbasierten Verhaltenstherapie passt sich somit Deinen individuellen Lebensbedingungen an und trainiert Deine Persönlichkeit – einfach und unkompliziert.



Am effektivsten: verschiedene Entzugserscheinungen gleichzeitig reduzieren


Es macht Dir den Rauchstopp einfacher und erhöht Deine Erfolgschance deutlich, wenn Du beide Aspekte der Sucht (körperliche und psychische Entzugserscheinungen) gezielt adressierst und zeitlich voneinander entzerrst. So ist es sinnvoll, zuerst die körperliche Sucht durch eine Nikotinersatztherapie zu bekämpfen, während Du weiterhin die psychische Komponente der Gewohnheit nachgelagert angehst. Der zweite Schritt würde dann nach dem erfolgreich durchgeführten Nikotinentzug mit Hilfe eines Verhaltens- bzw. Achtsamkeitstrainings erfolgen, das bisher erlernte Verhalten durch neue Denkmuster ersetzt.


Die Erfahrung zeigt: Wenn eine Nikotinersatz- und Verhaltenstherapie kombiniert wird, die einfach umzusetzen ist und keine großen Veränderungen des Alltags erfordert, erleichtert es den Weg zum Nichtraucher:in.